Umgang mit Begleiterkrankungen
Physische und psychische Gesundheit erreichen
Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom, Depression, posttraumatische Belastungsstörungen – hier setzen Sie sich mit Ihren Begleiterkrankungen auseinander vor Ihrer Weiterreise.
- Während Ihrer Therapie geht es nicht nur um die Behandlung Ihrer Abhängigkeit, sondern auch um den Umgang mit allfälligen Begleiterkrankungen.
- Die Suchttherapie der Klinik Südhang konzentriert sich daher nicht nur auf eine Überwindung der Abhängigkeit, sondern behandelt zeitgleich ebenso die vorhandenen Begleiterkrankungen (Komorbiditäten).
- Depression und Sucht verstärken zum Beispiel sich gegenseitig. Ein suchterkrankter Mensch konsumiert, um sich besser zu fühlen und um die Symptome zu ertragen. Aber Alkohol verstärkt depressive Zustände – so entsteht eine Abwärtsspirale.
- Schlafstörungen treten im Entzug häufig auf, klingen aber meist ab, sobald sich Körper und Seele stabilisieren. In der Klinik Südhang lernen Sie Entspannungsmethoden und hilfreiche Regeln kennen für einen gesunden Schlaf.
Die Behandlung in der Klinik Südhang
Die Klinik Südhang führt während Ihrer Suchttherapie mehrfach Abklärungen durch und prüft, ob bei Ihnen Begleiterkrankungen vorliegen. Das Angebot der Klinik umfasst diverse Module mit therapeutischen Techniken, die der Behandlung dieser Begleiterkrankungen dienen.
Module zum Schwerpunkt Begleiterkrankungen
Folgeerkrankungen der Sucht
Hier gibts einen Überblick über die häufigsten körperlichen, psychischen und sozialen Folgeerkrankungen einer Suchterkrankung. Es wird aufgezeigt, wie sich ein langfristiger Substanzkonsum auf verschiedene Organsysteme, die psychische Gesundheit sowie das soziale Leben auswirken kann. Ziel ist es, das Verständnis für die gesundheitlichen Folgen einer Abhängigkeit zu fördern, die Motivation zur Behandlung und Abstinenz zu stärken sowie Möglichkeiten der Prävention und Früherkennung von Folgeerkrankungen aufzuzeigen.
Angst und Sucht
Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und betreffen Millionen von Menschen. Sie treten in verschiedenen Formen auf und verursachen viel Leid. Oft greifen Menschen mit Ängsten zu Alkohol oder Drogen, um sich dadurch besser zu fühlen. Doch der Suchtmittelkonsum verschlimmert langfristig die Ängste. Der Teufelskreis des Substanzmissbrauchs muss durchbrochen werden. Deshalb ist es wichtig, beide Probleme zu behandeln. In dieser Gruppentherapie erlernen Sie in sechs Sitzungen vor allem Strategien zur Angstbewältigung auf gedanklicher, körperlicher und emotionaler Ebene. Dabei wird aber auch die Suchtproblematik berücksichtigt.
Traumafolgestörungen und Sucht
Traumafolgestörungen sind eine häufige psychische Erkrankung. Oft behandeln sich Menschen mit Traumafolgestörungen auch selbst mit Alkohol oder anderen Suchtstoffen. Doch können aus dieser Selbstmedikation auch neue Probleme wie z.B. eine Abhängigkeitserkrankung entstehen, die sich negativ auf die Traumafolgen auswirken. Dann ist es wichtig, beide Probleme zu behandeln. In dieser Gruppe werden Strategien auf gedanklicher, körperlicher und emotionaler Ebene geübt, um mehr Sicherheit im Alltag zu erreichen.
Depression und Sucht
Depression und Abhängigkeitserkrankungen treten häufig gemeinsam auf und beeinflussen sich gegenseitig. Beide können das Leben stark einschränken und das Gefühl vermitteln, in einem belastenden Kreislauf gefangen zu sein. Depressionen zeigen sich oft in Form von Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, innerer Leere oder Schlafstörungen. Um diese Symptome kurzfristig zu lindern, greifen manche Betroffene zu Alkohol, Medikamenten oder anderen Substanzen.
Die Sucht verstärkt wiederum die depressive Symptomatik. Gefühle wie Schuld, Scham und Kontrollverlust nehmen zu, während gleichzeitig die Fähigkeit sinkt, hilfreiche Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Körper-liche und psychische Belastungen verstärken sich und der Ausstieg er-scheint immer schwieriger. So entsteht ein Kreislauf, der beide Erkrankungen aufrechterhält.
Gerade in der Entzugsphase und in der Zeit danach können depressi-ve Symptome besonders deutlich spürbar sein. Gleichzeitig fehlt oft die Kraft, aktiv etwas dagegen zu unternehmen. Umso wichtiger ist es, beide Themen gemeinsam zu betrachten und zu behandeln. Nur so kann langfristig eine Stabilisierung erreicht werden.
Leiden Sie unter anhaltender Niedergeschlagenheit? Haben Sie das Gefühl, dass Substanzen Ihnen kurzfristig helfen, langfristig jedoch schaden? Fällt es Ihnen schwer, aus belastenden Gedanken auszubrechen oder neue Perspektiven zu entwickeln? Dann sind Sie in dieser Veranstaltung richtig.
Im Rahmen der Informationsveranstaltung erhalten Sie Wissen über die Zusammenhänge zwischen Depression und Sucht. Sie lernen Strategien kennen, die helfen können, mit belastenden Gefühlen umzugehen und neue Wege im Alltag zu finden.
ADHS und Sucht
ADHS geht häufig mit einer erhöhten Anfälligkeit für Substanzkonsum-störungen einher. Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Im-pulsivität, innere oder äussere Unruhe sowie Herausforderungen in der Emotionsregulation machen den Alltag für Betroffene oft komplex und belastend. Für viele Menschen stellt der Konsum von Suchtmitteln zu-nächst eine Erleichterung dar. Langfristig erweist sich dies jedoch als eine dysfunktionale Bewältigungsstrategie. Oft entwickelt sich aus einer anfänglichen Selbstmedikation eine Abhängigkeit. Diese wiederum be-reitet den Boden für größere Verletzlichkeit und Impulsivität, wodurch die ADHS-Symptome verstärkt werden. Ein Teufelskreis.
Im Einzelsetting beziehen wir ADHS gezielt in die Behandlung mit ein und erarbeiten gemeinsam ein individuelles Verständnis der eigenen Symptomatik. Dabei stehen persönliche Muster, der Zusammenhang mit dem Substanzkonsum sowie die Entwicklung eines differenzierten Fallverständnisses im Mittelpunkt. Darauf aufbauend entwickeln wir all-tagstaugliche, individuell passende Strategien.
In unserer offenen Gesprächsgruppe «ADHS und Sucht» bieten wir ei-nen geschützten Raum, um vergangene oder schmerzhafte Erfahrun-gen besser zu verstehen und einzuordnen und von den Erfahrungen der Gruppenmitglieder zu profitieren. Wir sprechen über mögliche Lö-sungsansätze, um neue Perspektiven für den Alltag zu entwickeln. Ge-meinsam entdecken wir die positiven Eigenschaften von ADHS und der natürlichen Vielfalt.
Schlaf
Schlaf ist zentral für unsere Erholung und unser Wohlbefinden. Rund ein Drittel unseres Lebens verbringen wir schlafend und doch wissen wir sehr wenig darüber. Schlafstörungen können ganz viele verschiedene Ursachen haben: Sie gehen häufig mit körperlichen oder seelischen Gesundheitsproblemen einher und stehen in engem Zusammenhang mit der Abhängigkeitserkrankung. Substanzen können im Sinne einer Selbstmedikation als Einschlafhilfe missbraucht werden, was die Entwicklung einer Abhängigkeit fördern kann.
Im Entzug und oft auch in den Wochen danach treten Schlafstörungen sehr häufig auf, verschwinden oft auch wieder, wenn sich in Körper und Seele ein neues Gleichgewicht eingestellt hat.
Leiden Sie unter Schlafstörungen? Haben Sie abends Gedankenkreisen und können nicht einschlafen? Oder werden Sie von Albträumen geplagt? Sind Sie angespannt und brauchen einen Einblick in verschiedene Entspannungsmethoden? Dann sind Sie in der Schlafförderung genau richtig!
Am Infoanlass Schlaf hören Sie Wissenswertes zum Thema Schlaf und lernen Regeln kennen, die zu gesundem Schlaf führen.
Bei Bedarf können Sie sich später vertieft mit Ihrer Schlafstörung und unterschiedlichen Einschlaftechniken auseinandersetzen.

Individuelle Therapieplanung
Abgestimmt auf Ihre Bedürfnisse wählen Sie für Ihre Suchtbehandlung aus zehn Schwerpunkten die für Sie interessanten Therapiemodule aus.

Hintergrundwissen
Das Behandlungsprogramm stützt sich auf das Modell «Mensch und Sucht», das in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Fachpersonen der Klinik Südhang entwickelt wurde.
Ich möchte mich beraten lassen.
Ihre Suchterkrankung kann therapiert werden. Die Kontaktaufnahme ist der erste Schritt auf dem Weg in ein gesundes und selbstbestimmtes Leben.
Ich möchte eine Anmeldung machen.
Die Anmeldung kann durch eine ärztliche Zuweisung erfolgen. Sie können sich aber auch selber direkt bei uns für eine Behandlung anmelden.
