Behandlungsprogramm «Mensch und Sucht»
Das Angebot des Behandlungsprogramms «Mensch und Sucht» stützt sich auf zehn Schwerpunktthemen und bietet rund 70 Module zur Auswahl an. Darunter sind Themenbereiche wie Beziehungen, der Umgang mit Begleiterkrankungen oder Ihre innere Welt. Gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam finden Sie heraus, welche Themen für Sie persönlich wichtig sind und legen Ihren Weg fest – denn Sie kennen Ihre Ziele und Bedürfnisse am besten.

1. Schwerpunkt: Sicherer Entzug
Dem Körper die Substanzen entziehen
Im Entzug wäscht Ihr Körper Substanzen aus. Dabei erleben Körper und Geist einen Mangel, der mit intensiven Beschwerden einhergehen kann. Durch die regelmässige Überwachung durch kompetente Fachärzt* innen und Pflegefachpersonen gewährleisten wir Ihre Sicherheit. Bei Bedarf wird der Entzug mit Medikamenten unterstützt. Bereits während der Entzugsbehandlung starten Sie mit der Therapie.

2. Schwerpunkt: Suchtgedächtnis
Umgang mit der Versuchung
Suchtdruck (Craving) ist eines der zentralsten Merkmale der Sucht. Es wird mit der Zeit zwar schwächer und die Kontrolle darüber kann geübt werden, jedoch kann es zeitlebens in schwierigen oder reizvollen Situationen wieder aufkommen. Es gibt passende Bewältigungsstrategien, um das Craving zu mindern und den Suchtdruck auszuhalten.

3. Schwerpunkt: Selbstfürsorge
Einen liebevollen Umgang mit sich selbst finden
Auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben kann es notwendig sein, emotionale Wunden zu lindern und unbefriedigte Bedürfnisse aus der Vergangenheit zu stillen. Das Ziel besteht darin, einen guten Umgang mit erlebtem Stress zu erlernen. Mit Hilfe praktischer Übungen entwickeln Sie Fähigkeiten, um bewusster mit Stress umzugehen und akuten Stress selbstwirksam zu bewältigen. Ausserdem treten Sie achtsam mit Ihren Gefühlen in Kontakt und lernen, die zugrundeliegenden Bedürfnisse zu differenzieren.

4. Schwerpunkt: Präsenz
Sich selbst beobachten und kennenlernen
Abhängiges Verhalten läuft oft wie auf Autopilot ab. Deshalb ist es sinnvoll, nach dem Entzug die Aufmerksamkeit nach innen zu richten und zu trainieren. Selbstbeobachtung ist der Schlüssel zur Veränderung von Gewohnheiten, Gedanken, Gefühlen und Handlungsplanungen. Sie lernen, Gefühle wahrzunehmen und anzunehmen, ohne sie zu bewerten oder sich mit ihnen zu identifizieren. Unter Anleitung erfahrener Therapeut*innen lernen Sie, zu meditieren und Achtsamkeit zu trainieren.

5. Schwerpunkt: Selbstverwirklichung
Werte, Bedürfnisse, Ziele: Wofür es sich zu leben lohnt
Wenn Sie in eine Abhängigkeit geraten, kann es passieren, dass Sie durch den Konsum oder unter Substanzeinfluss Ihre eigenen Werte verletzen. Deshalb ist es sinnvoll, sich erneut mit ihnen auseinanderzusetzen. Die daraus resultierende Lebensenergie kann Sie auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben stärken. Die Umsetzung kann manchmal eine Herausforderung sein, doch der Weg von der Idee bis zum verwirklichten Ziel lässt sich lernen.

6. Schwerpunkt: Gesunder Körper und Geist
Neue Möglichkeiten und Ausdrucksformen entdecken
Sport und Bewegung tragen zum Erhalt und zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden bei. Sie lernen Ihre Stärken, Ressourcen und Fähigkeiten kennen, sei es im kreativen Bereich oder im Sport. Diese sind wichtig, um das Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten aufzubauen. In der Kunsttherapie stehen das Erfahren, Erleben und Handeln im Vordergrund, beispielsweise beim Musizieren, Gestalten, Theaterspielen oder Textschreiben. Ausserdem setzen Sie sich mit der Frage auseinander, was eine gesunde Sexualität ausmacht.

7. Schwerpunkt: Soziale Teilhabe
Teil der Gesellschaft sein
Bei diesen Angeboten ergründen Sie elementare Lebensbereiche wie Wohnen, Freizeit, Arbeit, Existenzsicherung, Soziales Netz usw., welche eine selbstbestimmte, eigenverantwortliche Lebensführung ermöglichen. Sie setzen sich mit Ihrer freien Zeit und Ihren Interessen auseinander, mit dem Ziel, neue Perspektiven aufzubauen.

8. Schwerpunkt: Wichtige Menschen
Ihr Umfeld einbeziehen
Ihre Abhängigkeitsproblematik betrifft nicht nur Sie, sondern auch Ihr Umfeld. Ihre Angehörigen – insbesondere Ihre Kinder – leiden oft mit. In der Klinik Südhang werden wichtige Menschen in Ihre Suchtbehandlung einbezogen. Unter Umständen kann sogar jemand aus Ihrem Umfeld eine tragende Rolle im psychotherapeutischen Prozess einnehmen. Vielleicht setzen Sie sich auch mit Ihrer Herkunftsfamilie auseinander und schaffen mehr Klarheit über Ihre Emotionen in diesem Zusammenhang.

9. Schwerpunkt: Umgang mit Begleiterkrankungen
Physische und psychische Gesundheit erreichen
Eine Sucht kommt selten allein. Die Mehrheit der Menschen, die in der Klinik Südhang behandelt werden, leidet an psychischen Begleiterkrankungen. Dazu gehören unter anderem das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom, Depressionen und posttraumatische Belastungsstörungen. Vielleicht leiden Sie auch an einer Schlafstörung. Die Suchttherapie der Klinik Südhang konzentriert sich daher nicht nur auf die Behandlung der Abhängigkeit, sondern bezieht auch Ihre Begleiterkrankungen mit ein.

Individuelle Therapieplanung
Abgestimmt auf Ihre Bedürfnisse wählen Sie für Ihre Suchtbehandlung aus zehn Schwerpunkten die für Sie interessanten Therapiemodule aus.

Hintergrundwissen
Das Behandlungsprogramm stützt sich auf das Modell «Mensch und Sucht», das in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Fachpersonen der Klinik Südhang entwickelt wurde.
Ich möchte mich beraten lassen.
Ihre Suchterkrankung kann therapiert werden. Die Kontaktaufnahme ist der erste Schritt auf dem Weg in ein gesundes und selbstbestimmtes Leben.
Ich möchte eine Anmeldung machen.
Die Anmeldung kann durch eine ärztliche Zuweisung erfolgen. Sie können sich aber auch selber direkt bei uns für eine Behandlung anmelden.

