Leistungsmässig kam ich in der Schule gut durch, auffällig war ich trotzdem: Ich konnte nie stillsitzen und war der Klassenclown. Obwohl meine Mutter die Anzeichen eigentlich schon früh erkannte, wurde meinem ADHS keine Beachtung geschenkt, da sie mich nicht medikamentös behandeln lassen wollte – dafür bin ich ihr dankbar.
Schon früh interessierte ich mich für Musik – und für die Substanzen, die von Musikern konsumiert wurden. Das wollte ich selbst ausprobieren. Mit zwölf rauchte ich meinen ersten Joint, später kam Alkohol dazu. Ab siebzehn experimentierte ich mit Pilzen, LSD, Amphetaminen und MDMA. Es war vor allem Neugier, die mich antrieb. Lange Zeit hatte ich meinen Konsum im Griff und konnte immer arbeiten.
Dann wurde ich von einem nahestehenden Menschen seelisch verletzt – und stürzte ab.
Zum Glück meldete sich eine innere Stimme. Ich suchte Hilfe und kam in die ambulante Behandlung der Klinik Südhang. Dort liess ich auch mein ADHS abklären. Die klare Diagnose brachte mir viel Klarheit – und dank der Medikamente habe ich heute kein Verlangen mehr nach Kokain.
In der Therapie geht es inzwischen weniger um die Sucht als um die Aufarbeitung meines Lebens – und darum, stabil zu bleiben.
Wer sind Sie, Herr A., und was macht Sie aus?
„Ich wollte nicht anders sein als die anderen – war es aber trotzdem.“
Ich bin Boris (00:01:13, MP3)
Ich war immer ein wenig anders (00:02:00, MP3)
Herr A., wie haben Sie Ihre Kindheit erlebt?
«Meine Kindheit war sehr schön, doch die Trennung meiner Eltern erschütterte mein Vertrauen in die Menschen.»
So bin ich aufgewachsen (00:02:45, MP3)
Was hat Sie an psychoaktiven Substanzen interessiert?
«Ich habe aus Neugier und Freude alles probiert. Auf bestimmten Drogen konnte ich plötzlich alles kanalisieren, was mir im nüchternen Zustand viel mehr Mühe bereitete.»
Neugier auf Drogen (00:03:52, MP3)
Und was ist geschehen, dass Sie die Kontrolle über den Konsum verloren haben?
„Als meine Beziehung in Brüche ging, lief alles aus dem Ruder und Kokain wurde zu meinem Ventil. Ich brauchte es, um mein Leben zu ertragen, weil plötzlich alles schiefgelaufen ist.“
Krise und Kontrollverlust (00:03:42, MP3)
Danach starteten Sie Ihre Suchtbehandlung im Ambulatorium der Klinik Südhang. Wie ist es dazu gekommen und warum haben Sie eine ADHS-Abklärung durchgeführt?
«Sobald ich die Medikamente für ADHS-eingenommen habe, war meine Lust auf Kokain auf einen Schlag weg. Meine Suchttherapie ist zu einer normalen Psychotherapie geworden.»
Entzug und Behandlung, die ADHS-Diagnose (00:03:01, MP3)
Was hat die Diagnose mit Ihnen gemacht und wie geht es nun weiter?
«Ich möchte die Therapie noch weiterziehen. Die Gespräche mit meinem Psychotherapeuten geben mir sehr viel in der Aufarbeitung von allem, was geschehen ist. Die Medikamente helfen, weil sie mir Stabilität geben. Trotzdem bin ich froh, dass die Abklärung so spät stattgefunden hat.»
Wie geht es weiter (00:01:51, MP3)
Leben mit der Diagnose (00:03:11, MP3)
«Ich konnte auf bestimmten Drogen alles kanalisieren, was mir im nüchternen Zustand viel mehr Mühe bereitete.»









