Leistungsmässig kam ich in der Schule gut durch, auffällig war ich trotzdem: Ich konnte nie stillsitzen und war der Klassenclown. Obwohl meine Mutter die Anzeichen eigentlich schon früh erkannte, wurde meinem ADHS keine Beachtung geschenkt, da sie mich nicht medikamentös behandeln lassen wollte – dafür bin ich ihr dankbar.

Schon früh interessierte ich mich für Musik – und für die Substanzen, die von Musikern konsumiert wurden. Das wollte ich selbst ausprobieren. Mit zwölf rauchte ich meinen ersten Joint, später kam Alkohol dazu. Ab siebzehn experimentierte ich mit Pilzen, LSD, Amphetaminen und MDMA. Es war vor allem Neugier, die mich antrieb. Lange Zeit hatte ich meinen Konsum im Griff und konnte immer arbeiten.

Dann wurde ich von einem nahestehenden Menschen seelisch verletzt – und stürzte ab.

Zum Glück meldete sich eine innere Stimme. Ich suchte Hilfe und kam in die ambulante Behandlung der Klinik Südhang. Dort liess ich auch mein ADHS abklären. Die klare Diagnose brachte mir viel Klarheit – und dank der Medikamente habe ich heute kein Verlangen mehr nach Kokain.

In der Therapie geht es inzwischen weniger um die Sucht als um die Aufarbeitung meines Lebens – und darum, stabil zu bleiben.

Wer sind Sie, Herr A., und was macht Sie aus?

Herr A., wie haben Sie Ihre Kindheit erlebt?

Was hat Sie an psychoaktiven Substanzen interessiert?

Und was ist geschehen, dass Sie die Kontrolle über den Konsum verloren haben?

Danach starteten Sie Ihre Suchtbehandlung im Ambulatorium der Klinik Südhang. Wie ist es dazu gekommen und warum haben Sie eine ADHS-Abklärung durchgeführt?

Was hat die Diagnose mit Ihnen gemacht und wie geht es nun weiter?

«Ich konnte auf bestimmten Drogen alles kanalisieren, was mir im nüchternen Zustand viel mehr Mühe bereitete.»