Die Klinik Südhang erweitert zum 1. Januar 2026 ihre Leistungen und behandelt neu auch affektive Erkrankungen, neurotische Belastungs- und somatoforme Störungen sowie Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen. Diese häufigen Begleiterkrankungen einer Abhängigkeit können nun auch als Primärdiagnose behandelt werden. Mit dem Entscheid trägt der Regierungsrat der Fachkompetenz der Klinik Südhang mit ihrem diagnoseübergreifenden Behandlungsprogramm Rechnung.
Die Klinik Südhang verfügt über langjährige Erfahrung in der Behandlung vielfältiger Komorbiditäten. Das Behandlungsprogramm «Mensch und Sucht» steht für eine individualisierte, patientenzentrierte, ressourcenorientierte und transdiagnostische Therapie. Ein grosser Teil unserer Patientinnen und Patienten weist zusätzliche Diagnosen wie depressive Störungen, ADHS/ADS, Persönlichkeitsstörungen oder Traumafolgestörungen auf, die wir mit spezialisierten Angeboten gezielt behandeln.
Vor diesem Hintergrund hat die Klinik Südhang Mitte November einen Antrag zur Ausweitung des Leistungsauftrages bei der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) des Kantons Bern eingereicht.
Neu im Leistungsauftrag enthalten ist die Behandlung folgender Diagnosegruppen:
- Affektive Erkrankungen (F3)
- Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen (F4)
- Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (F6)
Mit dieser Erweiterung können wir künftig auch Patientinnen und Patienten mit einem problematischen Konsumverhalten behandeln, bei denen ein anderes psychiatrisches Krankheitsbild im Vordergrund steht.
Trotz erweitertem Leistungsauftrag bleibt die Klinik Südhang ein elektiv aufnehmendes Spital ohne Grundversorgungsauftrag und ohne Notfallaufnahme.
Drei Fragen an Stefan Gerber, CEO der Klinik Südhang

«Mit dem neuen Leistungsauftrag trägt der Regierungsrat dem diagnoseübergreifenden Behandlungsprogramm und der individualisierten Therapie in der Klinik Südhang Rechnung. Die Entstigmatisierung wird weiteren Personen dem Zugang zu einer Therapie erleichtern. Über diese wichtigen Zeichen freuen wir uns sehr!»
Stefan Gerber, CEO der Klinik Südhang
Stefan Gerber, was bedeutet die Erweiterung des Leistungsauftrags konkret für die Klinik Südhang?
Stefan Gerber: Die Erweiterung bedeutet, dass wir ab dem 1. Januar 2026 auch Patientinnen und Patienten aufnehmen und gegenüber den Krankenversicherungen abrechnen können, die zwar ein problematisches Konsumverhalten haben, bei denen aber ein anderes psychiatrisches Krankheitsbild im Vordergrund steht. Der Regierungsrat des Kantons Bern hat die entsprechende Anpassung der Spitalliste bereits gutgeheissen. Dass in der Klinik Südhang diagnoseübergreifend und umfassend behandelt wird, kommt nun auch auf der Spitalliste zum Ausdruck. Bereits heute verfügen wir über die Angebote und Fachkompetenzen. Es ist ein wichtiges Signal gegenüber den Betroffenen und den Zuweisern – aber auch gegen innen. Unsere fachlichen Entwicklungsschritte und unsere Bestreben, Betroffene sehr umfassend zu behandeln, tragen Früchte. Wir versprechen uns auch Vorteile auf dem Arbeitsmarkt.
Welche Vorteile ergeben sich daraus für die Patientinnen und Patienten?
Stefan Gerber: Die Klink Südhang steht einem grösseren Kreis offen. Patient*innen mit einem problematischen Konsum, bei welchen jedoch eine andere psychische Erkrankung im Vordergrund steht, können nun vom Behandlungsprogramm profitieren. Betroffene sind immer noch mit Stigmatisierung und Vorverurteilungen konfrontiert. Mit der Erweiterung des Leistungsauftrages reihen sich nun Abhängigkeitserkrankungen in die weiteren psychiatrischen Diagnosen ein. Das hat eine entstigmatisierende Wirkung und wird Betroffenen den Zugang zu einer Behandlung erleichtern.
Verändert sich mit dem neuen Leistungsauftrag die Ausrichtung der Klinik?
Stefan Gerber: Nein, unsere Spezialisierung auf Abhängigkeitserkrankungen bleibt klar bestehen. Unsere hervorragende Positionierung und unsere Bedeutung in der Versorgung von abhängigen Menschen ist nicht gefährdet und bleibt unverändert. Auch sind wir immer noch eine Klinik, bei der Eintritte auf Anmeldung erfolgen – also ohne Notfallaufnahme. Unser Behandlungsprogramm «Mensch und Sucht» entwickeln wir unabhängig von der Ausweitung des Leistungsauftrags laufend weiter – evidenz- und datenbasiert sowie den Bedürfnissen der Patient*innen entsprechend.









